Die DB-Klassiker V 100 und Schienenbus

Das beherzte Knattern des Schienenbusses und das sonore Röhren der V 100 stehen für den moderneren Bundesbahn-Nebenbahnbetrieb. Einen Betrieb, an den sich Eisenbahnfreunde erst gewöhnen mussten.
Wasserburg Bahnhof ist Ende der 80er-/ Anfang der 90er-Jahre eine Schienenbus- Hochburg. Die roten Brummer bringen die Reisenden von hier nach Rosenheim und Mühldorf oder nach Ebersberg – München, selbstverständlich auch mit Partner Hund © Dirk Höllerhage
Besondere Beliebtheit erlangte der Schienenbus bei Eisenbahnfreunden anfangs nicht. Schon das Wort „Bus“ in seinem Namen erinnerte an die ungeliebte Straßenkonkurrenz, und tatsächlich wiesen die VT 95 und 98 – dieser zweimotorig und damit stärker, aber nicht schneller als der Einmotorer – zahlreiche Bauteile aus dem Omnibus- und Lkw-Bau auf.

Hinzu kam die heuschreckenartige Verbreitung der roten Brummer, keine Nebenbahn war vor ihnen sicher. Und wo er erst einmal war, behauptete der Schienenbus das Feld. Durch seine Wirtschaftlichkeit rettete er so manche Nebenbahn vor der Stilllegung: Nach DB-Berechnungen aus den 50er-Jahren fuhr er bei nur sechs voll zahlenden Fahrgästen schon Geld ein.

Anfangs galten VT 95 und VT 98 als modern im Vergleich zu den alten Personenwagen mit Holzsitzen, die auf den Nebenbahnen noch unterwegs waren. Aber schon bald wurde der Schienenbus zum dröhnenden und ruckelnden Ärgernis. Zum beachtlichen Geräuschniveau kam eine miserable Belüftung, die den kurz „Schom“ genannten Zweiachser im Sommer zur rollenden Sauna werden ließ.

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