KBS 471: Magistrale Koblenz – Frankfurt (M)


Kursbuchstrecke Nummer 471: Hinter einer ungeraden Zahl vermutet man zunächst keine spektakuläre Eisenbahnverbindung. Bei dem Begriff „Linke Rheinstrecke“ klingt das schon ganz anders. Von Patric Kaufmann

 
Die Privatbahn trans regio bedient mit Elektrotriebwagen vom Typ Desiro MainLine die linke Rheinstrecke (Foto in Oberwesel) Dominik Michel © Dominik Michel
Ein Tipp für den Reisenden vorneweg: Von Koblenz nach Mainz sollte er sich auf die linke Seite des Wagens setzen. Bis Bingen ist der Rhein ein ständiger Begleiter, den hat man dann gleich neben sich. Und weil im Mittelrheintal die Strecke der linken Flussseite einen „Zwilling“ am rechten Ufer besitzt, lässt sich bis Bingen auch noch das Betriebsgeschehen auf der rechten Rheinstrecke verfolgen. Eine von vielen Besonderheiten, die man auf der KBS 471 erleben kann.

Streckenverlauf
Hinter Koblenz Hauptbahnhof, nach Passieren von Schloss Stolzenfels über der Bahnlinie, geht es in lang gezogenen Kurven Boppard entgegen. Dabei zieht sich die Landschaft mehr und mehr zu, die Züge tauchen förmlich ein in das enge Tal und fahren dort zwischen Bergen, Fluss und Burgen, vorbei an Weinhängen und vielen kleinen Dörfchen. Wer in Boppard vom Zug auf die  Sesselbahn umsteigt und auf eine Höhe von 914 Metern schwebt, genießt einen grandiosen Blick auf die weite Rheinschleife („Vierseenblick“). In Richtung St. Goar wird das Auge von immer wieder neuen Eindrücken angezogen, mit dem Höhepunkt Loreley-Felsen gegenüber. Mit der berühmten Fluss­enge, welche schon Generationen von Menschen in ihren Bann zog, kann keine Reiselektüre mithalten! Nicht umsonst ist das gesamte Mittelrheintal UNESCO-Weltkulturerbe.

Weiter führt die Fahrt durch Oberwesel, die „Stadt der Türme“, Bacharach mit seiner illustren Häuserzeile gleich neben den Gleisen (sehr zum Leidwesen der dortigen Anwohner)  und weiter nach Süden. Burg an Burg reiht sich hoch über dem Schienenpaar aneinander. Der Mäuseturm wurde gleich in den großen Strom gebaut und signalisiert, dass Bingen fast erreicht ist. Hier wird das Tal wieder weitläufiger und ist fortan geprägt von Feldern und Obstwiesen; die Strecke führt nun nicht mehr nahe am Fluss, sondern mehr durch das „Hinterland“. Im Frühjahr sind die weißen Blüten rund um Gau Algesheim ein Naturschauspiel. Nach kurzem Halt in der in der rheinland-pfälzischen LandeshauptstadtMainz wechselt die Bahn über die imposante Südbrücke auf die rechte Rheinseite, lässt den Fluss hinter sich und erreicht in flacher, teils industriell geprägter Landschaft Frankfurt am Main. Interessant sind auf diesem Abschnitt die Bahnhöfe Mainz-Bischofsheim (mit Rangierbahnhof und Zweigstrecke nach Darmstadt) sowie Rüsselsheim, wo noch Formsignale stehen.

Zugverkehr
Der hochwertige Reiseverkehr ist auf der linken Rheinstrecke nur noch moderat vertreten; die meisten ICE nehmen den Weg über die Schnellfahrstrecke Rhein-Main. Einige der weißen Hochgeschwindigkeitszüge schickt die DB aber auch auf die langsamere Tour durchs Rheintal. Im Stundentakt fahren auf der KBS 471 IC bzw. EC, wobei die Züge in die bzw. aus der Schweiz mit ihren bunten Wagenreihen hervorstechen. Für die Reise Wagenreihen hervorstechen. Für die Reise Koblenz – Mainz sollte man aber den Nahverkehr vorziehen, um an interessanten Punkten aussteigen zu können. Bereisen lässt sich das Rheintal entweder mit DB-Regio oder trans regio. Im gesamten Rheintal führen Wege in die Weinberge, die den Winzern als Zugang dienen. Der Aufstieg lohnt und wird mit beeindruckenden Panoramen belohnt. An Fotomotiven mangelt es auf der gesamten Strecke nicht. Auch Verkehrsdichte und Fahrzeugvielfalt lassen im Mittelrheintal keinen Wunsch offen.  Patric Kaufmann/GM


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