Neue Zeiten im Fernverkehr?

Es tut sich was bei der Vorzeigeflotte der Deutschen Bahn. 2011 rückten die ersten neuen ICE-Züge der Baureihe 407 an, gleichzeitig stellte der Konzern die Weichen für die Zukunft. Was bieten die neuen Fahrzeuge den Kunden?
Neues Gesicht auf deutschen Gleisen: Der Velaro D von Siemens wird als Baureihe 407 im Lauf des Jahres 2012 in den Plandienst gehen. Im Sommer 2011 standen noch ausgiebige Testfahrten an, unter anderem auf der Geislinger Steige. Foto: Lothar Köder © Lothar Köder
Erinnern Sie sich noch? Im Jahr 1999 trugen die meisten Fernzüge noch glanzvolle Namen und die Wagen der Intercity-Züge einen überwiegend roten Anstrich. Damals fuhren ICE noch sämtlich linksrheinisch über Boppard und Bingen statt auf der Schnellfahrstrecke über Montabaur und Limburg Süd. Wenngleich sich die Zeichen der Zeit schon ankündigten, denn in jenem Jahr erprobte die DB auch die Hochgeschwindigkeitstriebzüge der Baureihe 403.

Die 330 km/h schnellen Renner wurden die neuen Stars im ohnehin schon prominent besetzten DB-Fernverkehr. Die Beschaffung des ICE 3 währte bis 2005, ansonsten aber unternahm der Bahnkonzern seither nicht mehr viel für seine weiß-rote Paradeflotte. Jedenfalls nicht, wenn es darum ging, den Fahrzeugbestand für IC und ICE merklich oder gar innovativ aufzustocken. Vielmehr zehrte man von der Substanz, zumal mach ein Intercity-Wagen altersmäßig schon wacker die 50 Jahre ansteuert und auch der ICE 1 bereits sein 20-jähriges Bestehen feierte.

Vor diesem Hintergrund muss einem das Jahr 2011 wie ein Paukenschlag vorkommen: Die ersten Mehrsystem-ICE-Züge der Baureihe 407 rollten an, und mit Doppelstock-IC und ICx stellte die DB – zum Teil nach langwieriger Entscheidungsfindung – die Weichen für die Zukunft. In zwei bis drei Jahren werden diese Fahrzeugtypen den Generationswechsel im hochwertigen Fernverkehr einleiten. Stellt sich die Frage, wohin die Reise mit den neuen Zügen geht. Oder konkreter: Was der Kunde von den Neulingen erwarten kann. 
407: sehnlich erwartet, jetzt in Wartestellung.

Vorerst, das heißt, im Dezember 2011, hieß die ernüchternde Antwort darauf erst einmal „gar nichts“. Die ersten Mehrsystem-ICE der Baureihe 407 haben zwar im Jahr 2011 umfassende Testfahrten absolviert und stehen im Prinzip parat, doch sind die Züge wegen technischer Defizite bis dato noch immer nicht vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) für den Planeinsatz zugelassen. 15 Züge hatte man geordert, nach dem unfallbedingten Abgang eines 406 wurde noch einer nachbestellt. Vorgesehen waren die sehnlich erwarteten 407 für Neuleistungen ins europäische Ausland – vor allem nach Frankreich und sogar durch den „Chunnel“ nach London. Aber das musste die DB vertagen.

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