Schienennetze blau-weiß: Bayerns Bahnnetz

Das Bundesland mit den blau-weißen Landesfarben bietet eine Vielfalt von boomenden und urtümlichen Regionen, von Bergen, Ebenen und Flusstälern. Ebenso abwechslungsreich ist die Eisenbahn: Auf der Schnellfahrstrecke Ingolstadt – Nürnberg rast der ICE 3 mit bis zu 300 km/h, auf manchen Nebenbahnen zuckeln die Züge gemächlich durch die Region. Einige Ziele sollte man aber möglichst 2014 ansteuern; ihre Zeit läuft in diesem Jahr oder bald darauf ab.
Der Münchner Hauptbahnhof ist die Verkehrsdrehscheibe im südlichen Bayern. Rund 800 Züge machen hier täglich Station, für viele Verbindungen bildet München Hbf den Anfangs- oder Endpunkt. Mit anderen Worten: Es gibt jede Menge Betrieb, fast rund um... © Toni Burger, Uwe Miethe, Christian Gloel, Veselin Kolev

Die Eisenbahn-Hot-Spots

München Hauptbahnhof

Die bayerische Landeshauptstadt ist Anfangs- und Endpunkt vieler nationaler und internationaler Zugläufe. Im Regional- und Fernverkehr wird sie täglich von mehr als 800 Zügen bedient. Die Vielfalt reicht von 218ern mit Silberlingen bis zum ICE 3. Täglich kommen auch Fahrzeuge aus anderen Ländern hierher: der TGV aus Frankreich, Loks und Wagen aus Österreich, weiterhin Wagen aus der Schweiz, Tschechien, Ungarn und Kroatien. Einen guten Blick auf den Kopfbahnhof bietet die vorgelagerte Hackerbrücke.

Hier kann man zum Beispiel die verbliebenen Rangierarbeiten verfolgen, wenn die Bundesbahn-Oldies der Baureihe 363 mit ALEX oder Eurocity-Zügen in den bzw. aus dem Hauptbahnhof dieseln. Etwas weiter entfernt liegt die Donnersberger Brücke, von der aus man das Geschehen im Gleisvorfeld des Hauptbahnhofs einsehen kann – einschließlich Waschfahrten von ICE-Zügen oder Abstellfahrten verschiedener Fahrzeuge in den Betriebshof. Dieser ist ebenso in Sichtweite.

München Nord Rangierbahnhof

Die ausgedehnten Gleisanlagen befinden sich noch innerhalb Münchens Stadt gren - zen – kaum zu glauben, dass der Bau 1991 in der Form realisiert werden konnte! Güterzüge werden auf 40 Gleisen durch Ablaufen neu sortiert. Mehrere Brücken über den Anlagen gewähren immer wieder Einblicke. Darüber hinaus passieren etliche Güterzüge den Bahnhof auf den separaten Gleisen des Nordrings.

Nürnberg Hauptbahnhof

Ein riesiger Bahnknoten! Die insgesamt – 25 Gleise (davon 21 mit Bahnsteig) sind der deutschlandweite Spitzenwert bei Durchgangsbahnhöfen des Personenverkehrs. Regional- und Fernzüge bedienen den Bahnhof neben S-Bahnen in dichter Taktfolge. Abgesehen von den gewohnten Fernverkehrsfahrzeugen (ICE, 101, 120) verkehrt ein Intercity zwischen München und Nürnberg auch mit der Baureihe 103. Die Vielfalt an Nahverkehrstriebwagen ist ebenso beachtlich (610, 612, 648, 442). Im Rangierdienst kommen modernisierte DB-V 100 (neue Bezeichnung: 214) zum Einsatz.

Würzburg Hauptbahnhof

Würzburg ist der südliche Ausgangspunkt der wichtigen Nord-Süd-Verbindungen für den Fernverkehr (Schnellfahrstrecke nach Fulda – Kassel-Wilhelmshöhe – Hannover) und für den Regional- und Güterverkehr (Maintalstrecke nach Gemünden). Vom nördlichsten Bahnsteig aus blickt man in das Lokbetriebswerk hinein, sofern keine Züge da - vor abgestellt sind. Auch ein Tunnelrettungszug mit zwei Diesellok 714 (Umbau aus DBV 100) steht hier.

Die dazwischen liegenden Gleise dienen vor allem dem durchfah ren - den Güterverkehr. Ab und an wird der Hausbahnsteig auch für Güterzüge benutzt, die hier kurz halten können. Einen interessanten Blick auf die Bahnanlagen sowie auf den Anstieg der Schnellfahrstrecke bietet der Steinberg. Der mit Weinreben bedeckte Hang liegt westlich des Bahnhofs und ist zu Fuß in ca. einer halben Stunde erreichbar. Ähnlich gut sieht man das Geschehen auf der anderen Seite des Hauptbahnhofs von einer Straßenbrücke aus.

Mühldorf am Inn

Das oberbayerische Mühldorf ist Zentrum des dieselbetriebenen Liniensterns der Süd- OstBayernbahn. Im Stundentakt treffen hier mindestens sechs Regionalzüge ein. Meist handelt es sich um Triebwagen der Reihe 628; Loks der Reihe 218 sind vorwiegend auf der (gut frequentierten) Strecke nach München mit Doppelstockwagen unterwegs. Der Besuch empfiehlt sich insbesondere unter der Woche: Dann ist der Güterverkehr von und zum Chemiedreieck beachtlich. Zum Einsatz kommen dabei die Baureihe 247 und bei akutem Lokmangel auch die Baureihe 232.

Von der verglasten Fußgängerbrücke über den Bahnsteigen hat man einen weiten Blick über alle Bahnanlagen inklusive der großräumigen Abstellanlagen für Güterzüge. Gegenüber vom Bahnhof liegt das Betriebswerk; hier kann man etwa von oben beobachten, wie die Maschinen betankt werden. Am stärksten frequentiert ist die Strecke von Mühldorf über Tüßling nach Burg hau - sen. Die angeschlossenen Industriebetriebe fordern seit jeher einen zweigleisigen Ausbau und Elektrifizierung.

Bis 2016 wird zumindest der Abschnitt Mühldorf – Tüßling zweigleisig ausgebaut. Somit erhält der Bahnhof Tüßling spätestens 2016 neue Bahnsteige, ein elektronisches Stellwerk sowie Lärmschutzwände. Dafür verschwindet der Bahnübergang südlich des Bahnhofs. Erste Lärmschutzmaßnahmen, noch auf den Bereich Mühldorf beschränkt, sind bereits realisiert. Wer den Bahnhof Tüßling in seinem jetzigen Zustand erleben will, sollte sich also beeilen. Der nur zehn Kilometer weiter südlich gelegene Bahnhof Garching (Alz) ist jederzeit einen Besuch wert, vor allem unter der Woche.

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