Um Stabilität bemüht

Zwölf Monate sind seit dem Problemjahr 2010 vergegangen, der Betrieb der Berliner S-Bahn hat sich gefestigt. Zusätzliche Fahrzeuge und damit eine Verbesserung des Zugangebotes lassen eine Rückkehr zum Regelbetrieb möglich erscheinen.
An den S-Bahn-Baureihen 480 bis 482 waren 2011 technische Verbesserungen nötig, was zum reduzierten Einsatzbestand beitrug. Im Plandienst zeigt sich 480 059 im Mai 2011 unter dem Reiterstellwerk in Berlin-Tempelhof. Foto: Sebastian Schrader © Sebastian Schrader
Es galt als Vertrauenssignal des Eisenbahn-Bundesamtes in die bisherigen Bemühungen, dass zum Jahresende 2010 die Betriebserlaubnis für die Berliner S-Bahn zunächst auf drei Jahre befristet erteilt wurde. Tatsächlich arbeitete man den Rückstau in der Fahrzeuginstandsetzung nun zügiger ab; dafür waren die Kapazitäten in den Werkstätten in Oranienburg, Friedrichsfelde und Erk­ner erweitert sowie zusätzliches Werkstattpersonal eingestellt worden.

Zudem wurde mit der Reaktivierung von 20 Viertelzügen der Baureihe 485 in den Werken Wittenberge und Dessau begonnen. Dennoch war die Bilanz nicht erfreulich: Im Geschäftsjahr 2010 gab es einen Verlust von 222,2 Mio. Euro, mit verursacht durch Kürzungen des Bestellerentgelts, Strafzahlungen in Höhe von 60 Mio. Euro, Erlösausfälle in Höhe von 75 Mio. Euro und erhöhte Instandhaltungsaufwendungen.

Und bereits zum Jahreswechsel 2010/2011 hatte die S-Bahn aufgrund des winterlichen Wetters erneut mit massiven Fahrzeugausfällen und damit Leistungskürzungen im Betrieb zu kämpfen. Der Grund: massive technische Probleme an den Fahrzeugen; insbesondere das Abarbeiten der Mängel an den Fahrmotoren bei den Baureihen 480-482 und 485 sowie der Radsatztausch binden in hohem Maße Werkstattkapazitäten.

Zudem sind an den Zügen der Baureihen 480-482 die Besandungsanlagen zu verbessern und technische Lösungen für Probleme an Radsatzlenkern und Führerstandskühlungen zu suchen.

Aber auch mit infrastrukturellen Maßnahmen wollte man einen zuverlässigen Betrieb erreichen. Zum Sommerende konnte die S-Bahn den Verkehr auf einigen wichtigen Linien immerhin wieder verstärken. Der Zugang weiterer instand gesetzter Züge ermöglichte es etwa, ab dem 24. Oktober 2011 die S45 zwischen Südkreuz und Flughafen Schönefeld wieder in Betrieb zu nehmen.

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