Alte Preußen und Kriegsloks

Nach dem Angriff auf die Sowjetunion holte man eilig Länderbahnloks aus dem Reich, die aber bei Kämpfen und Winterkälte allzu schnell versagten. Die Kriegsloks kamen zu spät und wurden für den Dienst als zu kostbar angesehen.
 
Im Bw Snamenka stehen 1943 vor allem Lokomotiven preußischer Herkunft bereit, im Einzelnen P 8 (Baureihe 38.10), G 8.1 (55.25), G 8.1 mit Laufachse (56.20), G 10 (57.10) und T 9.3 (91.3). Daneben finden sich mit drei 52ern auch Kriegsloks. © Dr. Brian Rampp
Streng genommen, gab es im Zweiten Weltkrieg zweimal eine Ostfront. Zuerst im September 1939 gegen das schnell geschlagene polnische Heer und dann wieder ab 22. Juni 1941 gegen die Rote Armee. 1939 ließ der schnelle militärische Erfolg die Nachschubprobleme nicht kritisch werden. Spezielle Maßnahmen auf dem Lokomotivsektor wurden nicht erforderlich.

Die „zweite“ Ostfront
Ganz anders 1941. Hitler und die Generäle erwarteten keinen längeren Feldzug von Stadt zu Stadt und von Fluss zu Fluss in der Sowjetunion, sondern den schnellen Zusammenbruch des als instabil eingeschätzten kommunistischen Regimes.

Den Nachschub wollte man zunächst mit Lastkraftwagen erledigen und dann die Eisenbahnen der durch den Angriff überraschten Sowjets in Betrieb nehmen. Vorkehrungen für einen langen Krieg in riesigen Räumen schienen sich zu erübrigen.

Der Angriff entwickelte sich jedoch anders als gedacht. Schon in Staub und Sommerhitze des Juli und August 1941 blieben die Motorfahrzeuge in riesigen Zahlen liegen, die Rote Armee hielt trotz enormer Verluste und großer Gebietsabgaben stand – sie konnte sogar das Eisenbahnmaterial beim Rückzug weitgehend mitnehmen oder unbrauchbar machen.

Seiten

Tags: 
Weitere Themen aus dieser Rubrik

Fahrzeuge: Neue Arbeit für die "Dicken"

228 zwischen DB und DR: 
Große Überraschung im Südharz: Von 1993 an durfte sich die Baureihe 228 auf der Verbindung Nordhausen – Göttingen/– Altenbeken beweisen... weiter

Galerie: Bei den Schwerathleten

44 im Raum Ottbergen: 
Im südlichen Weserbergland kündigt sich im Frühjahr 1976 der Abschied von der Dampflok unaufhaltsam an. Grund genug, 
die Gegend um... weiter

Züge: Nicht immer systemtreu

Vier Züge im Kurzporträt:
Vier bis sechs Wagen waren für rein erstklassige Intercity-Züge typisch. Doch es gab auch wesentlich längere Garnituren, andere Züge...

weiter