Der Berühmteste von allen

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Kriegsverluste dezimierten den Bestand stark, doch verfügte die DR nach Wiederaufbau, Rückkehr eines Teils der in die Sowjetunion abtransportierten Züge und Generalreparatur im Jahr 1958 wieder über 435 Trieb- sowie 432 Bei- oder Steuerwagen.

Verändertes Gesicht
Bis in die 80er-Jahre hinein trugen die „Stadtbahner“ die Hauptlast des Verkehrs. Allerdings wandelte sich insbesondere das Aussehen ihrer Frontpartie. So wurden die Steuerwagen ab 1942, von drei Ausnahmen abgesehen, sukzessive in führerstandslose Beiwagen umgebaut und büßten damit ihre Stirnleuchten ein. Mit der Umstellung auf Einmannbetrieb (EMB) änderte sich ab 1965 auch das Gesicht der meisten Triebwagen.

Das Reichsbahnausbesserungswerk Schöneweide vergrößerte die Führerstände und stattete sie mit Sifa (Sicherheitsfahrschaltung) und Funkwechselsprechanlagen aus, mit denen die Bahnsteigaufsichten den Abfahrauftrag übermittelten. Dabei entfielen die Oberwagenlaternen und das mittige Spitzenlicht zugunsten beidseitig in die Stirnfront eingelassener Spitzen- und Schlussleuchten.

Mehr als hundert ET 165 blieben zunächst von diesem Umbau ausgeschlossen und erhielten samt der zugehörigen Beiwagen nur die für den Einmannbetrieb nötige Steuerleitung. Deshalb durften solche ET/EB als so genannte Passviertel lediglich in der Mitte des Zugverbands eingereiht sein.

Versuche, die in die Jahre gekommenen Stadtbahnwagen abzulösen, blieben lange erfolglos. Zwei 1959 vorgestellte blau-beige gestrichene Musterzüge mit Jacobs-Drehgestellen (ET 170) bescherten der Reichsbahn buchstäblich ein „blaues Wunder“. Zwar erschien 1979 ein Prototyp der späteren Baureihe 485, aber deren Serienreife ließ sich damals nicht absehen.

So blieb nichts anderes übrig, als auch noch viele Stadtbahnwagen zu modernisieren. Der Kontrast zwischen neu angesetzter, nun zweifenstriger Stirnfront und genieteten Seitenwänden trug ihnen den Spitznamen „Nieten-Rekos“ ein. Sie wurden als Baureihe 276.1-5, ab 1992 je nach Steuerungs- und Bremsart als 476/876.0 oder 476/876.3-4 geführt.

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