Ziel: Berlin Stadtbahn

Die Berlin- bzw. Transit-Züge

Seiten

Rückfahrt nach München

An jenem Sommertag 1977 habe ich mich rechtzeitig vor 21:06 Uhr wieder am Fernbahnsteig des Bahnhofs Friedrichstraße eingefunden. Mein Zug steht schon bereit. Ich muss nur noch die berühmte weiße Linie überschreiten … als mich ein markerschütterndes Kommando erreicht. »Zurrrrrück!!!!! Da ist ein Strich!!!!« Ich weiche brav zurück und warte. Alsbald erscheint der Zoll. Man gönnt mir einen Seitenblick und den Vorwurf: »Sind Sie hier zuständig?« »Ja, und ich wollte ja schon …« Ein Eisenbahner gibt mir mit einer diskreten Geste zu verstehen: »zwecklos!«. Immerhin verlaufen Inspektion des Dienstabteils und Rückreise ohne besondere Vorkommnisse.

In den letzten Jahren ließen die Betriebsverhältnisse im Berlin-Verkehr die wachsenden Schwierigkeiten in der DDR erahnen. Der Ölmangel verbot eine durchgehende Dieselfahrt von der Grenze nach Berlin; der Wechsel auf Ellok in Erfurt bzw. Reichenbach und wiederum auf Diesellok in Roßlau kostete wertvolle Reisezeit. Reparaturen auf den Hauptbahnen erzwangen groteske Umwege. Doch bevor die Mängel der Infrastruktur beseitigt wurden, fielen die Reisebeschränkungen – und das ganze politische System. Seit 1990 gibt es keine Interzonenzüge und keine Transitzüge mehr.  

Andreas Knipping/GM

Ein Artikel aus BAHN EXTRA 05/10

Seiten

Tags: 
Weitere Themen aus dieser Rubrik

Fahrzeuge: Neue Arbeit für die "Dicken"

228 zwischen DB und DR: 
Große Überraschung im Südharz: Von 1993 an durfte sich die Baureihe 228 auf der Verbindung Nordhausen – Göttingen/– Altenbeken beweisen... weiter

Galerie: Bei den Schwerathleten

44 im Raum Ottbergen: 
Im südlichen Weserbergland kündigt sich im Frühjahr 1976 der Abschied von der Dampflok unaufhaltsam an. Grund genug, 
die Gegend um... weiter

Züge: Nicht immer systemtreu

Vier Züge im Kurzporträt:
Vier bis sechs Wagen waren für rein erstklassige Intercity-Züge typisch. Doch es gab auch wesentlich längere Garnituren, andere Züge...

weiter