Die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn

Am 13. November 1837 begann ein neues Zeitalter für Österreich: Zwischen Floridsdorf und Deutsch Wagram fuhr der erste lokomotivbespannte Zug. Das Teilstück der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn wurde zur Keimzelle des Bahnwesens in der Monarchie.
 
Testen für den großen Moment: Die Zeichnung dokumentiert eine Probefahrt auf der Strecke Floridsdorf – Deutsch Wagram, unternommen im November 1837. © Thomas Wunschel
Im Jahre 1829 befand sich die erste Eisenbahn auf dem Kontinent, eine Pferdebahn zwischen Budweis und Linz, noch im Bau. In diesem Jahr entwarf Franz Xaver Riepl, Professor am polytechnischen Institut in Wien, aber auch schon Eisenbahnverbindungen von Galizien im äußersten Norden der Monarchie über Wien bis in den Süden zum Adriahafen Triest.

Riepl hatte auf dem Gebiet des Berg- und Hüttenwesens große Erfahrung und versprach sich vom Bau der Eisenbahn einiges: erhebliche Verbesserungen im Transportwesen sowie bei der Erschließung bislang ungenutzter Kohlevorkommen im Raum Mährisch Ostrau. Mit einem ausgearbeiteten Plan für die Strecke von Wien nach Bochnia (östlich von Krakau) trat Riepl an die Öffentlichkeit.

Als Förderer und Finanzier gewann er Salomon Freiherr von Rothschild, der sich bereits 1830 um eine Baubewilligung bemühte. Vergeblich, denn weite Teile der Bevölkerung als auch die für die Bewilligung maßgeblichen Oberen standen dem Bahnbetrieb ablehnend gegenüber.

Dies änderte sich erst nach der Thronbesteigung Kaiser Ferdinands I. Auf ein erneutes Ansuchen hin erhielt das Bankhaus Rothschild am 4. März 1836 das ausschließliche Privileg zum Bau der 455 Kilometer langen Strecke nach Bochnia mit mehreren Flügelbahnen nach Brünn, Olmütz, Troppau, Bielitz und Biala.

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