Die Konkurrenten der DB

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Diskussionsfall Flexibilität
Viele bundesweit im Güter- und Bauzugdienst tätigen Unternehmen verlangen von ihren Lokführern Flexibilität. Die Mitarbeiter werden quer durch die Republik geschickt, schlafen in Hotels und arbeiten oft sieben Tage oder länger am Stück. Zwar gibt es danach einen entsprechend längeren Arbeitszeitausgleich, trotzdem stellt sich unter diesen Umständen die Frage, ob Lokführer ein Traumjob ist. Ein gesundes und regelmäßiges Leben wird auch durch die vielen Nachtschichten erschwert, die vor allem im Güter- und Bauzugdienst üblich sind. Die im Frühjahr 2011 in den Medien geäußerten Vorwürfe, gerade gegen viele kleine Personaldienstleister, bei denen die Fernsehsendung „Report Mainz“ Arbeitszeiten von Lokführern bis zu 23 Stunden aufdeckte, lassen die Alarm­glocken läuten. Für Bedenken sorgen bei Experten zudem die zahlreichen Klein- und Kleinstunternehmen, wie selbstständige Lokführer. Hier wird Geld nur verdient, wenn man fährt und die Kunden zufrieden stellt. Das geht nicht selten auf Kosten der Gesundheit.

Ein weiteres Problem ist die Strecken- und Ortskunde der Eisenbahner, die zwar in Vorschriften geregelt ist, letztlich aber doch oft von der Ausbildung durch die Unternehmen abhängt. Mittlerweile hat die Aufsichtsbehörde hier die Kontrollen verstärkt, was die sicherlich vorhandenen „Schwarzen Schafe“ im Bahnbereich zum Umdenken bewegen soll. Inzwischen müssen Unternehmen, die am Eisenbahnverkehr teilnehmen, eine durch die Europäische Union eingeführte und in der deutschen Gesetzgebung verankerte Sicherheitsbescheinigung vorweisen, die auch den Personal- und Fahrzeugeinsatz weiter regelt. 
Die Zertifizierung der jeweils eingesetzten Dienstleister, die Dokumentation der entsprechenden Schulungen und Einweisungen schafft zusätzliche Anforderungen, die Auswüchse im Privatbahnsektor eindämmen sollen. Durch die Einführung der Triebfahrzeugführerscheinverordnung in Deutschland, mit der ebenfalls EU-Recht umgesetzt wird, gibt es in Zukunft eine Datenbank für alle Lokführer und außerdem weitreichende Regelungen zur Ausbildung und Prüfung von Bahnbetriebspersonal.

Zukunft der Privatbahnen
Für den Privatbahnmarkt sagen viele Experten in nächster Zeit eine fortgesetzte „Marktbereinigung” voraus. Weitere Verkäufe, Zusammenschlüsse, aber auch Pleiten im Bahnbereich sind angesichts des Wettbewerbs zu erwarten. Der Wettbewerbsanteil gegenüber der DB wird in den kommenden Jahren sicher noch weiter steigen, eine Sättigung aber wohl auch in naher Zukunft erreicht sein. Gerade im Nahverkehr erwarten einige Experte durch die fast nur zu großen Konzernen oder Staatsbahnen gehörenden Unternehmen die Bildung von Oligopolen: Wenige Unternehmen teilen den Markt unter sich auf und bedienen vor allem die lukrativen Segmente. Auf diesen Trend deutet auch die Tatsache hin, dass bei den letzten Ausschreibungen das Interesse der privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen teilweise schon abgenommen hat. Andererseits hat Deutschland eine Vorreiterrolle im Bahnbereich übernommen. In keinem anderen Land gibt es so viele private Bahnunternehmen wie hier. Eine Konsolidierung wäre da nur natürlich.  Karl-Heinz Siebert/GM

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