Ein prominenter Zug

Seiten


Ab 1983 ohne Wagen nach Skandinavien
Zum Fahrplan 1983 wurden die Wagenläufe nach Skandinavien mangels Nachfrage eingestellt. Ohnehin lockte die Reise nur noch ausländische Touristen, die unterwegs die DDR sehen wollten; ansonsten war die Vogelflug­linie die schnellere Route nach Norden, auf der – anders als bei der DR – auch Eurail- und Interrail-Pässe galten. Alternativlos blieb der Weg über Saßnitz hingegen für West-Berliner; deshalb blieb die Anbindung von West-Berlin an die Skandinavienzüge mit einem Flügelzugpaar D 1318/1319 bis/ab Berlin-Zoo erhalten. Das Zugpaar 308/309 aber verkehrte nun ohne Namen zwischen München und Berlin-Friedrichstraße. 1984 wurde auch der Speisewagen gestrichen (zuletzt Typ ARm), ab 1989 kam aber noch einmal ein „Clubwagen“ (Fahrzeug Typ WGm) zum Einsatz.

Unterdessen wurde das Kurswagenangebot von Berlin in die Ferienregion Bayerischer Wald ergänzt. Seit 1975 gab es einen Wagenlauf Berlin – Passau (einmal wöchentlich im Sommer), die Verbindung nach Bayerisch Eisenstein zunächst zwei- statt einmal wöchentlich bedient. Ab 1984 fuhr der Wagen nur noch bis Zwiesel, dafür ab Sommer 1986 täglich. Zusätzlich gab es von 1977 bis 1988 einen Kurswagen Oberstdorf – Berlin, der in Gegenrichtung über Probst-
zella geführt wurde.

Die letzten Einsätze
Mit der zum 1. Juli 1990 in Kraft getretenen Wirtschafts- und Währungsunion verlor das Zugpaar D 308/309 den Status als Transitzug (wie alle anderen Transitzüge auch); es hielt nun zusätzlich in Reichenbach, ab Winterfahrplan 1990/91 auch in Plauen. Ebenfalls zum Winter 1990/1991 wurden alle verbliebenen Kurswagen eingestellt; D 308 führte nun bis Hof die Wagengruppe von D 465 (München – Görlitz) mit, während die Gegenzüge weiterhin getrennt verkehrten. Der bislang obligatorische Lokwechsel in Hof entfiel; DB-218 und DR-132 teilten sich nunmehr die durchgehenden Bespannungen zwischen Regensburg und Reichenbach.

Das Ganze war allerdings nur von kurzer Dauer, denn 1991 strukturierte die DB das Angebot über Hof neu. Der D 308/309 entfiel, stattdessen gab es einen Taktverkehr mit der neuen InterRegio-Linie 25 – zunächst noch als D-Zug-Linie, da es an InterRegio-Wagen mangelte. Das Angebot bestand aus zwei Tageszugpaaren Oberstdorf/München – Hof – Leipzig – Berlin und einem Nachtzugpaar München – Berlin. Auch dies hatte nicht lange Bestand. Ende der 1990er-Jahre nahm die Deutsche Bahn AG erste Einschnitte vor, im Jahr 2001 wurde der letzte Direktzug Berlin – München – Oberstdorf über Hof eingestellt.

Von Josef Mauerer

Mehr Infos und Bilder finden Sie im BAHN EXTRA 02/12!
 

Seiten

Tags: 
Weitere Themen aus dieser Rubrik

Das große Bahn Extra-Winter-Gewinnspiel

Nehmen Sie jetzt am großen Eisenbahn-Magazin Winter-Gewinnspiel teil und gewinnen Sie tolle Preise! Das Mitmachen ist kinderleicht: Wählen Sie aus 24 Preisen Ihren... weiter

Allegra

Falls Sie nicht aus Graubünden kommen – wundern Sie sich nicht. „Allegra“ ist eine übliche rätoromanische Begrüßung, eine Form von „Freue Dich“, und die Rhätische Bahn... weiter

Schnelltriebwagen: Von den Reichsbahn-SVT bis zum Bundesbahn-403

Wenn Sie das nächste Mal an den Bahnhof Berlin-Lichtenberg kommen, sollten Sie es nicht versäumen, über die Bahnsteige hinweg einen Blick auf eines der seitlichen... weiter