Intercity: Der Bruder des TEE

1971 hatte der F-Zug ausgedient. Die DB führte den Intercity ein, das Pendant zum Trans-Europ-Express. 1.-Klasse-Fahrgäste bereisten mit dem IC »Deutschland im Zwei-Stunden-Takt«, wie es ein Werbeslogan formulierte. Das System war eine fahrplantechnische Meisterleistung, es offenbarte aber auch Defizite.

Von Zeno Pillmann und Thomas Hanna-Daoud

 
Die Schnellfahr-Ellok der Baureihe 103 und Wagender »Rheingold«-Bauart prägten die neue ZuggattungIntercity. Im Oktober 1974 ist 103 115 mitIC 121 »Hans Sachs« in Würzburg eingetroffen © A. Schöppner

Für Rolf Rückel standen die neuen Züge in großer Tradition. Sie knüpften an die Schnelltriebwagen der 30er-Jahre an, jene legendären »Fliegenden Züge«, mit denen die Deutsche Reichsbahn seinerzeit ein hochwertiges Schnellverkehrssystem eingerichtet hatte. Sie folgten den Fernschnellzügen (F-Zügen), mit denen die Deutsche Bundesbahn (DB) 1951 erstmals Fernverkehr in einem Liniensystem (statt in Einzellinien) realisierte – für die Reisenden der 1. Klasse. Und sie waren neben dem Trans-Europ-Express (TEE) platziert, der seit 1957 als internationaler Zug ersten Ranges lief. So schrieb Rückel 1971 in der Zeitschrift »Die Bundesbahn« nicht ohne Stolz: »Das neue IC-Angebot ist das Spitzenangebot der DB an Top-Star-Zügen, wie man sie werblich nennen könnte.«

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