Mehr Vernetzung

Nur noch neun Bahnstrecken waren bei der Öffnung der DDR-Grenze zwischen Reichsbahn und Bundesbahn in Betrieb. Umgehend gingen beide Bahnverwaltungen daran, die Verbindungen zu verbessern; der Beginn für umfangreiche Neubau- und Ausbaumaßnahmen.
 
DR-Ellok 243 302 eröffnet mit einem Sonderzug am 28. September 1991 die Neubaustrecke von Sonneberg nach Neustadt b. Coburg. Fast 40 Jahre lang fuhr hier kein Zug. Foto: Volker Emersleben © Volker Emersleben
Die Teilung Deutschlands und der Hauptstadt Berlin in vier Besatzungszonen bzw. zwei Staaten und eine geteilte Stadt hatten dazu geführt, dass nach 1945 nicht weniger als 44 Strecken unterbrochen wurden. Lediglich neun blieben zwischen Ost und West in Betrieb.

In beiden deutschen Staaten verlagerten sich die Verkehrsströme in die Nord-Süd-Richtung, was erhebliche Investitionen erforderte oder zur Überlastung von Strecken führte, die bis 1945 wenig belegt waren. Daneben wurden nun bedeutungslose Ost-West-Strecken stillgelegt, auf Busbedienung umgestellt oder es wurden vereinfachte Betriebsverfahren eingeführt.

Das musste sich rasch nach der Öffnung der deutsch-deutschen Grenze am 9. November 1989 ändern, denn die Verkehrsbedürfnisse entwickelten sich wieder in die Ost-West-Richtung. Die beiden deutschen Bahnen veranlassten Sofortmaßnahmen wie die Umstellung der Signalanlagen auf den Bahnhöfen Ellrich und Walkenried, wo der Personenverkehr wieder aufgenommen worden war, stellten in Berlin Friedrichstraße die durchgehende S-Bahn-Verbindung wieder her, setzten auf dem Bahnhof Büchen Bahnsteige instand, bauten im Bahnhof Obersuhl Außenbahnsteige für den Nahverkehr Gerstungen – Bebra und stellten die Fernmeldeverbindungen zwischen den beiden Bahnnetzen wieder her.

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