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Lückenschlussmaßnahmen DB – DR
Parallel bzw. unmittelbar danach kam es zu Untersuchungen, wie und in welcher Reihenfolge unterbrochene Strecken wieder aufgebaut, bestehende ausgebaut oder neu gebaut werden sollten. Das Ergebnis dieser Untersuchungen wurde 1990 den Regierungen der Bundesrepublik und der DDR für deren „Verkehrswegekommission“ übermittelt, die am  6. Juli 1990 dann 22 so genannte Lückenschlussmaßnahmen beschloss.

Dabei handelte es sich nicht nur um Neubauten, sondern auch um Ausbaumaßnahmen. Diese waren (jeweils in Ost-West-Richtung gesehen):
  • ­Berlin – Hamburg mit Schwerpunkt zwischen Schwanheide und Büchen; durchgehend zweigleisiger Ausbau mit Elektrifizierung, Ausbau für 160 km/h Geschwindigkeit, Option 200 km/h, Optimierung der Blockteilung und Gleiswechselbetrieb; in Betrieb genommen 1997
  • Berlin – Magdeburg – Helmstedt mit Schwerpunkt zwischen Marienborn und Helmstedt; Elektrifizierung und Ausbau auf 160 km/h, Option 200 km/h zwischen Werder (Havel) und Biederitz, Spurplanvereinfachungen, längere Überholungsgleise, Zentralstellwerke; in Betrieb genommen 1995
  • Stapelburg – Bad Harzburg; Wiederaufbau mit eingleisiger (und veränderter, nicht mit der Kommission „Verkehrswege“ abgestimmter) Streckenführung nach Vienenburg; in Betrieb genommen 1992
  • Halle (Saale) – Kassel mit Schwerpunkt Leinefelde – Eichenberg; durchgehend zweigleisiger Ausbau zwischen Bernterode und Eichenberg, Elektrifizierung; in Betrieb genommen 1994
  • Halle – Erfurt – Gerstungen – Kassel mit Schwerpunkt zwischen Neudietendorf und Bebra; durchgehend zweigleisiger Ausbau zwischen Eisenach und Gerstungen in früherer Streckenführung über Wartha, Ausbau für 160 km/h Geschwindigkeit, Elektrifizierung, Wiederinbetriebnahme der „Berliner Kurve“ zwischen der Abzweigstelle Faßdorf und Blankenheim, Neubau der Tunnelröhre des Hönebacher Tunnels sowie Ersatzbau des Viaduktes in Gotha; in Betrieb genommen 1995
  • Meiningen – Schweinfurt mit Schwerpunkt Rentwertshausen – Mellrichstadt; eingleisiger Wiederaufbau mit Option für zweigleisigen Ausbau, Anpassen der Signalanlagen auf den Zwischenbahnhöfen; in Betrieb genommen am 28. September 1991
  • Sonneberg (Thür) – Neustadt (b Coburg); eingleisiger Wiederaufbau, Elektrifizierung, Anpassung der Signalanlagen in Sonneberg; Inbetriebnahme am 28. September 1991
  • Bamberg – Camburg mit dem Schwerpunkt Camburg – Hochstadt-Marktzeuln; durchgehend zweigleisiger Ausbau mit Elektrifizierung zwischen Camburg und Probstzella, Linienverbesserungen für 10 bis 20 km/h höhere Geschwindigkeiten, Bahnsteigunterführungen, elektronische Stellwerke, Gleiswechselbetrieb; Inbetriebnahme 1995
  • Plauen (Vogtl) ob Bf – Hof; zweigleisiger Ausbau; in Betrieb genommen 1993

Baumaßnahmen in Berlin
Weitere Lückenschlüsse bzw. Ausbaumaßnahmen bezogen sich auf Berlin. Sie waren für folgende Verbindungen vorgesehen:
  • Seddin – Berlin-Charlottenburg mit dem Schwerpunkt Michendorf – Berlin-Grunewald; zweigleisiger Ausbau Rehbrücke – Abzweigstelle Kohlhasenbrück, Elektrifizierung, elektronisches Stellwerk in Berlin-Wannsee; in Betrieb genommen 1995
  • Berliner Stadtbahn; zweigleisiger Wiederaufbau Alexanderplatz – Friedrichstraße, ­Elektrifizierung, elektronische Stellwerke, Bahnsteigverlängerungen, zweites Wagenbehandlungssystem in Berlin-Rummelsburg; in Betrieb gegangen 1998
  • Lückenschlüsse S-Bahn Berlin; eingleisig Neukölln – Baumschulenweg, eingleisig Lichtenrade – Mahlow, zweigleisig Wannsee – Potsdam Stadt (Hbf), zweigleisig Frohnau – Hohenneundorf, eingleisig Lichterfelde Süd – Teltow, zweigleisig Treptower Park – Sonnenallee, zweigleisig Schönhauser Allee und Pankow – Gesundbrunnen, Sanierung Nord-Süd-Strecke, provisorischer Bahnsteig Bornholmer Straße, Rekonstruktion Friedrichstraße
Umsetzung mit Hindernissen
Die genannten Lückenschlüsse ohne Details vieler weiterer Maßnahmen ermöglichten Reisezeitverkürzungen, besseres Fahrplanangebot, höhere Zuverlässigkeit, aber auch den Wegfall von Lokomotivwechsel und Arbeitsplätzen.

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