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Für das künftige Verkehrsaufkommen, wie man es 1990 erwartete, reichte der Strecken- und Bahnhofsausbau nicht aus.

Deshalb wurden Verkehrskorridore untersucht und im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums, ob die Maßnahmen des Lückenschlussprogramms in jedem Fall wirtschaftlich seien. Das waren sie mit Ausnahme der Elektrifizierung der Strecke Berlin – Helmstedt nicht. Trotzdem, aus politischer Opportunität durfte die Bundesbahn auf dem Kapitalmarkt die Mittel aufnehmen, um das Lückenschlussprogramm zu finanzieren.

Mit Investitionszuschüssen aus Steuermitteln durfte die Bundesbahn dagegen nicht rechnen. Das ist auch der Grund, warum nicht alle früher bestehenden Streckenverbindungen über die Grenze wiederhergestellt wurden, einige der Vorhaben des Lückenschlussprogramms sich verzögerten und auch die S-Bahn in Berlin nicht vollständig auf ihren früheren Stand gebracht wurde.

Zu den offen gebliebenen Lücken, deren Schließung von den Bürgern und auch Abgeordneten immer noch gefordert werden, gehören zum Beispiel die Strecken Berlin Gesundbrunnen – Birkenwerder (Nordbahn), Blankenstein (Saale) – Höllenthal (– Hof) oder die Verlängerung der Berliner S-Bahn von Spandau bis Falkensee, von Hennigsdorf bis Velten (Mark) und von Blankenfelde nach Rangsdorf.

Andererseits erwiesen sich manche Vorstellungen vom auflebenden Schienenverkehr als irrig. So trat auf bayerischer Seite der Strecke Schweinfurt – Meiningen kein Mehraufkommen auf; auch der Fernverkehr Berlin – Würzburg über diese Verbindung blieb schwach und wurde aufgegeben.

Verkehrsprojekte Deutsche Einheit
Nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1990 wurden auch die längerfristigen Maßnahmen zum Ausbau der Verkehrswege begonnen, die in den Verkehrsprojekten Deutsche Einheit zusammengefasst worden sind und für die Schienenwege neun Aufgaben enthielten.

Dass unter ihnen wie beim Lückenschlussprogramm einige sind, die sich bis zu ihrem Abschluss erheblich verzögern, wie die Hochgeschwindigkeitsstrecke Leipzig/Halle – Erfurt – Nürnberg, der Ausbau der Strecken Leipzig – Dresden und Hagenow Land – Stralsund, liegt meist an der fehlenden Finanzierung. Einem Problem, das nach der Euphorie um Wende und Wiedervereinigung immer öfter zum Begleiter der Planungen wurde.

Von Erich Preuß/GM

Mehr Informationen und Bilder finden Sie im BAHN EXTRA 06/12!
 

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