Mit Dispoloks und Aussichtswagen

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Für dieses Maas-Rhein-Lippe-Netz genannte Gebiet hatte die Eurobahn vier vierteilige und 14 fünfteilige FLIRT beschafft. Allerdings konnte die Übernahme nicht wie geplant stattfinden; das EBA verweigerte vorerst die Zulassung für die Fünfteiler. Hier fehlten Nachweise des Herstellers Stadler Rail, da sich die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen zwischen Bestellung und Lieferung verändert hatten. Daher fuhren die vierteiligen FLIRT nur auf dem Abschnitt Düsseldorf – Dortmund der RE 3 (zusammen mit DB-Elektrotriebzügen 426). Auf dem Reststück Dortmund – Hamm sowie auf der RE 13 Venlo – Mönchengladbach – Düsseldorf – Hamm verkehrten Ersatzzüge von DB Regio NRW mit Loks und Wagen. Und es blieb spannend: Ab dem 1. Februar 2010 wurde ein verbesserter Ersatzfahrplan angeboten. In lokbespannten ­Zügen auf der RE 13 (Hamm – Mönchengladbach) fanden sich 26,4-Meter-Wagen verschiedenster Bauarten mit einem ehemaligen Rheingold-Aussichtswagen als Höhepunkt!

Gleichwohl hielt die »Komfortvariante« des Ersatzverkehrs nur kurze Zeit an. Am 19. Februar 2010 erteilte das EBA den fünfteiligen Eurobahn-FLIRT die Zulassung für das DB-Netz, so dass sie auf der RE 13 zwischen Hamm und Mönchengladbach den Betrieb aufnehmen konnten. Am 15. März 2010 gab die Eurobahn die vollständige Umstellung des Zugverkehrs auf der RE 3 auf FLIRT-Triebzüge bekannt; auch die RE 13 konnte von diesem Zeitpunkt an mit der bestellten Sitzplatzkapazität betrieben werden. Seit dem 25. Juli 2010 dürfen die vierteiligen FLIRT in den niederländischen Bereich bis nach Venlo fahren. Da jedoch bisher lediglich die vier Vierteiler der insgesamt 18 FLIRT die Zulassung für den niederländischen Abschnitt bis Venlo erhalten haben, werden die Leistungen in Mönchengladbach gebrochen. So ist für Reisende von und nach Venlo bei allen Zügen ein Umstieg von einem Eurobahn-FLIRT in einen anderen in Mönchengladbach erforderlich.

Hürden für Rhenus Veniro

Auch der dritte Privatbahn-Ersatzverkehr bestand bei Redaktionsschluss des Heftes fort, ohne dass sich eine Lösung abzeichnete. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 sollte Rhenus Veniro den Personenverkehr auf dem 15 Kilometer langen Teilstück Boppard – Emmelshausen der Hunsrückbahn übernehmen, nachdem DB Netz die Strecke zuvor gründlich aufgearbeitet hatte. Vorgesehen war der Einsatz fabrikneuer RegioShuttle-Triebwagen mit spezieller Bremsausrüstung für den Betrieb auf dieser Steilstrecke, die Neigungen bis zu 1:16 aufweist. Für sieben Millionen Euro lieferte Stadler drei Triebwagen, deren besondere Steilstreckenausrüstung jedoch zum Knackpunkt wurde.

Unter anderem besitzen sie andere Getriebe, eine indirekte Bremse als zusätzliches unabhängiges Bremssystem, hoch temperaturbeständige Bremsbeläge, eine erhöhte Zahl von Federspeichern und Magnetschienenbremsen mit höherer Bremswirkung. So weit die technische Beschreibung – das EBA indes hat bis November 2010 keine Zulassung gegeben, weshalb die Neufahrzeuge im Veniro-Werk in Boppard abgestellt stehen. Als ­Ersatz verkehrt seit Dezember 2009 eine DB-218 mit einem aus zwei Wagen bestehenden Wendezug über die Steilstrecke.

F. Löffelholz/M. Weltner/MHZ

Ein Artikel aus BAHN EXTRA 01/11

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