Nebenbahnzüge bei der DB

Mit vielen Erbstücken ging die Bundesbahn in das Rennen um die Nebenbahn-Kunden. Bald schon bemühte sie sich um Modernisierung und Vereinheitlichung, mit wechselhaftem Erfolg. Dennoch: Ein gewisses Flair boten die Züge der DB-Nebenstrecken stets.
 
Elektrisch durchs Voralpenland: ET 183 04 (ehemals Bayerische Localbahn-AG) ist mit einem Beiwagen im Juli 1958 auf der Strecke Feilnbach – Bad Aibling unterwegs. Foto: Dr. Rolf Brüning © Dr. Rolf Brüning
Ein „Prädikat“ musste die Bundesbahn Zeit ihres Bestehens immer wieder hinnehmen. „Rückständig“ und „veraltet“ kam den Reisenden auf vielen Nebenbahnen das Zugangebot vor, trotz aller Modernisierungsbemühungen. Vielfach war die Bundesbahn in einer hoffnungslosen Lage und streckte sich vergeblich; die Zahl der Fahrgäste sank.

An Versuchen freilich mangelte es nicht. Neue Fahrzeuge, verdichteter Takt, bessere Anschlüsse halfen viel, aber nicht immer auf Dauer und schon gar nicht, wenn der Straßenausbau dem Individualverkehr eine immer glänzendere Position verschaffte. Dazu kam der Zwang der Bundesbahn, zu sparen. Eine Zusammenstellung, die für viele Strecken das Ende bedeutete. In vielen, sehr vielen Fällen fuhr man schon bald unter dem sprichwörtlichen Damoklesschwert.

Der schwere Neubeginn
Was auf den Nebenbahnen zum Einsatz kam, repräsentiert – vor allem in den ersten beiden Jahrzehnten – für heutige Eisenbahnfreunde geradezu paradiesische Verhältnisse. Es herrschte eine immense Vielfalt, selbst wenn sie nur aus der Not geboren war. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die Deutsche Reichsbahn in den drei westlichen Besatzungszonen zunächst froh über jedes Fahrzeug, das sie verwenden, und jede Strecke, die sie befahren konnte.

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