Streckenkarte

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Aber auch noch einige kleinere private Bahngesellschaften betreiben teilweise auf eigener Infrastruktur in Schleswig-Holstein Schienenpersonennahverkehr. Die Altona-Kaltenkirchen-Neumünster-Eisenbahn (AKN) unterhält südlich von Hamburg auf ­eigenen Gleisen einen schnellbahnähnlichen Betrieb und bietet auf den teilweise in Tieflage befindlichen Haltestellen in den Verkehrsspitzen einen Zehn-Minuten-Takt an. Als Triebfahrzeuge dienen 33 dieselelektrische Triebwagen VTA bzw. VT2E des Herstellers LHB; sechs dieser Fahrzeuge können sogar mit der Gleichstromschiene der Hamburger S-Bahn gespeist werden. Mit diesen Zügen bietet die AKN einige durcAhgehende Züge zum Hamburger Hauptbahnhof an. Die Nordbahn Eisenbahngesellschaft (NBE) fährt mit ihren zwei LINT-Triebwagen auf der Strecke Bad Oldesloe – Neumünster, die Schleswig-Holstein Bahn (SHB) mit drei baugleichen Fahrzeugen auf der Strecke Neumünster – Büsum. Eine Besonderheit bietet die Norddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft Niebüll (NEG), die in Nordfriesland die Strecke Niebüll – Dagebüll betreibt. Ihr Diesel-Schlepptriebwagen T4 übernimmt in Niebüll IC-Kurswagen von der DB, um sie zum Fährbahnhof Dagebüll Mole zu bringen. Dort besteht Anschluss zu den Fähren zu den nordfriesischen Inseln.

Der Frachttransport
Auch im Güterverkehr kommt dem Transitverkehr nach Skandinavien eine besondere Rolle zu. Neben den durchgehenden Zügen nach Skandinavien über Neumünster – Flensburg werden am Lübecker Skandinavienkai auch Eisenbahnwaggons auf die Ostsee-Fährschiffe verladen. Die Häfen von Kiel, Flensburg und Brunsbüttel verfügen über einen regen Zulauf im Güterverkehr und besitzen teilweise eigene Anschlussbahnen. Außerdem sind einige Industrieanlagen Kunden der Bahn. Frachttransporte größeren Umfangs  gibt es insbesondere bei der Raffinerie in Hemmingstedt, beim Chemiepark in Brunsbüttel und bei der Zementfabrik in Lägersdorf. Eine Besonderheit ist der regelmäßig von der NEG durchgeführte Güterverkehr von Tornesch nach Uetersen bei Hamburg sowie der jährlich stattfindende Düngemittelverkehr nach Geesthacht.
Viele Brücken und ein Damm Als Land zwischen den Meeren hat Schleswig-Holstein eine besondere Verbindung zum Wasser. Das spiegelt sich auch bei der Eisenbahn-Infrastruktur des Landes wieder: So gibt es hier viele interessante Eisenbahnbrücken, besonders die Querungen über den 1895 eröffneten Nord-Ostsee-Kanal lohnen einen Besuch. Die westlichste Querung befindet sich auf der Marschbahn bei Hochdonn. Hier überqueren die Züge von Hamburg nach Westerland seit 1920 den Kanal auf einer 2.218 Meter langen zweigleisigen Stahlkonstruktion in 42 Metern Höhe. Rund 13 Kilometer nordöstlich wird der Kanal bei Grünental von der eingleisigen Eisenbahnstrecke Neumünster – Heide (KBS 132) überquert. Bei der Grünentaler Hochbrücke, die als Stahl-Fachwerkbrücke ausgeführt wurde, handelt es sich um einen 1983 bis 1986 errichten Neubau. Die 485 Meter lange Konstruktion entstand als Ersatz für die 1892 eröffnete Stahlbogenbrücke, von der heute nur noch ein Widerlager erhalten ist. Bei Rendsburg wiederum ist eine, 1911 bis 1913 erbaute zweigleisige Überquerung für die Strecke Neumünster – Flensburg (KBS 131) vorhanden. Diese fast 2.500 Meter lange Eisenkonstruktion bietet einige Extras. Um den direkt am Kanal liegenden Bahnhof bedienen zu können, wird die Strecke nach der Kanalquerung in einer Schleife in die Ortschaft geführt, wobei die Züge die Brücke nochmals unterqueren. Außerdem gibt es unter dem Mittelteil der Brücke eine Schwebefähre, mit der Personen und Fahrzeuge den Kanal queren können. Die letzte Bahnquerung des Kanals erfolgt bei Kiel-Holtenau, kurz bevor dieser die Ostsee erreicht. Auf dieser ältesten, noch erhaltenen Eisenbahnquerung führt das Gleis der Strecke Kiel – Flensburg (KBS 146) auf einer 180 Meter langen Stahlbogenbrücke über die Wasserstraße. Die 1893/94 errichtete Hochbrücke zeigt inzwischen erhebliche Verschleißerscheinungen und wird deshalb in den nächsten Jahren durch einen Neubau ersetzt.

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