Zeitweise gesperrt

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Schwer traf es die Strecke München – Mittenwald – Innsbruck im Abschnitt Tutzing – Weilheim. Weil grö - ßere Reparaturen erforderlich waren, ruhte hier der Verkehr bis 25. Juni; dieReisenden mussten auf Busse umsteigen. Ab 3. Juni wurde auch der Osten der Republik von den Folgen der massiven Regenfälle heimgesucht. Zahlreiche Verbindungen in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen musste man den Betrieb einstellen.

Auf mehreren Strecken gab es tagelang keinen Zugverkehr, so zum Beispiel auf den Relationen Dresden – Bad Schandau, Zittau – Görlitz, Bitterfeld – Dessau, Weißenfels – Zeitz, Gera – Greiz, Leipzig – Meißen, Leipzig – Falkenberg. Auf der Strecke Leipzig – Zwickau kam es zu einem Dammrutsch zwischen Altenburg und Lehndorf, der eine wochenlange Sperrung verursachte.

Die DB-Tochter Erzgebirgsbahn stellte am 3. und 4. Juni den Reisezugbetrieb ein, die Vogtlandbahn ließ vorübergehend den Betrieb zwischen Gera, Plauen und Adorf ruhen. Auch auf der schmal spurigen Weißeritztalbahn Freital- Hainsberg – Dippoldiswalde standen die Züge. Die Strecke war 2002 vom Hochwasser zerstört und bis 2008 teilweise wieder aufgebaut worden.

Die Sperrungen allein stellten nicht die einzige Konsequenz dar. Überflutete Bahnsteigzugänge (wie in Passau) oder Stellwerke (wie in Rosenheim und etlichen Regionalnetzen) verlangten umfangreiche Aufräumarbeiten. Verschiedentlich machten aufgeweichte Dämme Reparaturen und Ge schwindigkeitsreduzierungen nötig.

Die Strecke Hannover – Berlin
Während sich um den 10. Juni herum die Lage in Bayern langsam besserte, rollte die Flutwelle Richtung Norden – mit weiteren schweren Schäden und neuerlichen Streckensperrungen. Noch Mitte Juni konnte eine Reihe von Strecken im Bereich Magdeburg/ Stendal nicht befahren werden, auch die Region um Halle (Saale) litt stark unter Hochwasserfolgen.

Zu den „Opfern“ zählte dabei eine prominente Magis trale: die Schnellfahrstrecke Hannover – Berlin. Sie entwickelte sich zu einem Problemfall, der die DB noch beschäftigte, als die Flut längst wieder aus den Nachrichten verschwunden war – und der Betrieb auf fast allen anderen betroffenen Strecken wieder lief.

Die Schnellfahrstrecke, ausgerüstet mit der Festen Fahrbahn, hatte am 10. Juni zwischen Rathenow und Stendal gesperrt werden müssen, weil sie „nach einem Dammbruch nahe Schönhausen auf ca. fünf Kilometer Länge komplett überflutet war“. Da - ran änderte sich zunächst nichts. Mitte Juli teilte die DB mit, dass der Abschnitt bis auf weiteres gesperrt bleibe.

Das Wasser sei zwar abgelaufen bzw. abgetrocknet, aber unter den Schienen beeinflusse es den Untergrund auf umgebenden Flächen „und verhindert damit aussagekräftige Messungen“. Am Schönhauser Damm, berichtete das DBNetz- Blatt „Pegelstand“, sinke das Wasser kontinuierlich, dennoch bleibe die Situation „angespannt“.

Als das Wasser abgelaufen war, räumten die DB-Mitarbeiter auf. Nach DB-Angaben wurden 100 Kilometer Kabel, 180 Signale und Oberleitungsmasten, dazu mehrere Weichen und Ingenieurbauwerke geprüft und wieder in Ordnung gebracht. Viel entscheidender war ein anderer Umstand: Niemand wusste, wie die Feste Fahrbahn auf die Überschwemmung reagieren würde. Probebohrungen und Georadarmessungen sollten Klarheit schaffen.

Für die Reparatur der Schnellstrecke setzte die Bahn nach eigenen Angaben 300 Leute ein.

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