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Notbetrieb Hannover – Berlin
Für den Betrieb wurde ein Notfahrplan ausgearbeitet, der zwischenzeitlich immer wieder angepasst wurde. Im Sommer sah er wie folgt aus:

– Die ICE Köln –/Düsseldorf – Hannover – Berlin fuhren über Magdeburg – Braunschweig. Wolfsburg, Stendal und Berlin- Spandau wurden nicht bedient, einzelne Züge hielten nicht in Magdeburg, zwei Züge fuhren als IC (ohne Teilung in Hamm).
– Die ICE Berlin – Braunschweig – Frank - furt – Stuttgart – München fuhren fast wieder auf dem ursprünglichen Weg (Umweg Wittenberge ohne Halt).
– Die ICE von Berlin über Frankfurt – Karlsruhe nach Interlaken fuhren über Erfurt, einige Halte entfielen.
– Die IC-Linie 77 Amsterdam – Berlin verkehrte meist ab/bis Hannover.
– Zusätzliche RE fuhren auf dem Streckenstück Hannover – Wolfsburg.

Dazu kam das „IC-Shuttle“: Mit zwei 218- Dieselloks bespannt, fuhr vom 9. September bis 3. November ein IC-Zugpaar; es benutzte zwischen Stendal und Rathenow die nicht elektrifizierte „Stammstrecke“ Stendal – Rathenow. Diese ging, weil mit konventionellem Oberbau versehen, schon Anfang September in Betrieb.

Die Route des Shuttles war Berlin – Hannover, dabei hielt der Zug in Berlin Ostbahnhof, Berlin Hbf, Berlin- Spandau, Stendal und Wolfsburg. Anfang November war dann die Schnellfahrstrecke wieder verfügbar. Die Auswirkungen der siebenwöchigen Streckensperrung waren gravierend.

Umleiterverkehrsleistungen führten dazu, dass die Fahrt von Berlin nach Westen und Süden rund eine Stunde länger dauerte. Genannt werden 10.000 Reisende täglich, die auf der Strecke Hannover – Berlin mit Problemen zu kämpfen hatten, im gesamten Fernverkehr sogar 90.000.

Die Schäden und die Folgen
Am 25. Juni schätzte die DB die Kosten der Hochwasserschäden auf eine Milliarde Euro – eine stattliche Summe, die sie angesichts fehlender Flut-Versicherung aus anderen Quellen, sprich Verkehrsein nahmen, finanzieren muss. Immerhin: Fahr zeuge waren 2013 nicht betroffen; 2002 gab es noch Schäden an ICE-Zügen, Güter- und Personenwagen.

Die Feste Fahrbahn hat sich als widerstandsfähig erwiesen oder, wie es eine DBSprecherin formuliert, diese Bauart „kann mit Wasser umgehen“. Und zuguterletzt wurden die vom Hochwasser betroffenen Re - lationen von der Fahrpreiserhöhung im Dezember 2013 ausgenommen, als Entschädigung für die von Zugausfällen und Umleitungen gebeutelten Reisenden. Wenigstens ein paar Lichtblicke bei der Misere.

TEXT: FBT/GM, FOTOS:Volker Emersleben, Max Lautenschläger/DB,Frank Barby/DB,Markus Bergelt,Ralf Kutschke,Josef Mauerer

Ein Artikel aus BAHN EXTRA 01/14

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