BE 3/21, Seiten 46-51

Züge: Nicht immer systemtreu

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Ab Winter 1971/72 fuhr das Zugpaar als ICt 1113/1112, im Kursbuch dargestellt als IC mit Triebwagen-Symbol. In der Saison 1971/72 verkehrte es am 18. und 26. Dezember, am 2. Januar sowie samstags vom 8. Januar bis 8. April. Der ICt 1113 startete um 7:49 Uhr im Frankfurter Hauptbahnhof und erreichte um 13:51 Uhr Seefeld in Tirol. Der ICt 1112 fuhr dort um 15:50 Uhr ab und traf um 21:54 Uhr in Frankfurt (M) Hbf ein. Die Züge legten die 529 Kilometer lange Strecke also in sechs Stunden und zwei Minuten bzw. sechs Stunden und vier Minuten zurück. Einschließlich der Halte in Heidelberg, Stuttgart, Augsburg, Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald und Scharnitz erzielten sie eine Reisegeschwindigkeit von 87,7 bzw 87,2 km/h.
An den Fahrplanlagen änderte sich in den folgenden Jahren wenig, doch wie im Fernverkehr generell wurden die Fahrzeiten des „Karwendel“ etwas gestreckt. Ab der Saison 1973/74 bediente er auf der Mittenwaldbahn auch den 933 Meter über Normalnull gelegenen Bahnhof Klais, der damit zu Deutschlands höchster Intercity-Station avancierte. Ab Mittenwald (914 Meter über Normalnull) erklommen die acht- oder neunteiligen 601/901-Garnituren, also mit sechs oder sieben Mittelwagen, die lange Steigung hinauf zum 1.181 Meter über Normalnull gelegenen Bahnhof Seefeld in Tirol. Der war spitzfindig betrachtet kein IC-Bahnhof, da die ÖBB den „Karwendel“ als TS (Triebwagenschnellzug) bezeichneten.
Ab der Saison 1974/75 galten die Zugnummern 1151/1150. In den folgenden Jahren entfielen die Fahrttermine zur Osterzeit. In der Saison 1978/79 fuhr das ICt-Paar 1151/1150 am 23. Dezember sowie samstags vom 8. Januar bis 17. März. Am letzten Verkehrstag dieselten an der Spitze respektive am Schluss der neunteiligen Garnitur die Triebköpfe 601 004 und 009. 

Nachtrag
Mit dem Beginn des Sommerfahrplans 1979 und der bundesweiten Umstellung auf doppelklassige IC-Züge im Stundentakt traten für das hier beschriebene Quartett teils gravierende Veränderungen in Kraft. Sowohl „Rheinblitz“ als auch „Rheinpfeil“ wurden in ihrem Laufweg geändert; Ersterer bediente als IC 104/105 nun die Relation Basel – Dortmund (mit Kurswagen von/nach Brig), Letzterer fuhr als IC 108/109 auf der Strecke Basel – Köln – Hamburg (mit Kurswagen von/nach Zürich). Den „Karwendel“ band die DB in das Liniennetz ein. Ab dem Sommerfahrplan 1979 führten die täglich in der Relation Hamburg – München – Garmisch-Partenkirchen und saisonal bis/ab Innsbruck verkehrenden IC 181/180 diesen Namen. Nur für den „Hermes“ gab es in diesem Fahrplan keine Fortsetzung. Ein IC oder TEE unter dem Namen ist in der Aufstellung ab Mai 1979 nicht verzeichnet. 

Von Konrad Koschinski
Ein Artikel aus BAHN EXTRA/BAHN EPOCHE 03/21
 

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Fotos: 
Karsten Risch / Reinhold Palm / Bildarchiv der Eisenbahnstiftung
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